Glossar
Rund ums Feuer gibt es viele Begriffe, die in Prospekten und Datenblättern selbstverständlich verwendet werden — und die man als Käufer selten erklärt bekommt. Hier stehen die wichtigsten, kurz und ohne Umschweife.
Wenn Ihnen ein Begriff fehlt, sagen Sie uns Bescheid. Wir nehmen ihn auf.
- Abbrandsteuerung
- Eine Elektronik, die die Verbrennungsluft selbst regelt: beim Anheizen weit offen, in der Hauptphase gedrosselt, am Ende geschlossen, damit die Restwärme im Raum bleibt. Sie nimmt dem Betreiber genau die Fehler ab, die den größten Unterschied machen. Siehe CB ABS Pro+ und fire+.
- Anheizklappe
- Eine Klappe, die beim Anzünden einen kürzeren Weg zum Schornstein freigibt und so den Zug schneller aufbaut. Sie muss nach der Anheizphase wieder geschlossen werden — bleibt sie offen, gehen Wärme und Wirkungsgrad verloren.
- Aschekasten
- Die herausnehmbare Lade unter dem Feuerraumrost. Bei Geräten ohne Rost sammelt sich die Asche direkt im Feuerraum, wo eine dünne Schicht sogar erwünscht ist. Entleert wird nur in einen Metalleimer mit Deckel.
- BImSchV (1. BImSchV)
- Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Sie legt Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid, Mindestwirkungsgrade und die zulässige Brennstofffeuchte fest. Für neue Kaminöfen gilt Stufe 2: höchstens 40 mg/m³ Staub, 1.250 mg/m³ CO, mindestens 73 Prozent Wirkungsgrad. Siehe Grenzwerte und Fristen.
- Blauer Engel
- Umweltzeichen, das deutlich strengere Emissionswerte verlangt, als die 1. BImSchV vorschreibt. Ein Gerät mit Blauem Engel gehört zum saubersten, was am Markt erhältlich ist.
- Bodenplatte
- Nicht brennbarer Belag vor dem Ofen, nötig über Parkett, Laminat, Teppich, Kork oder Vinyl. Sie muss 50 cm nach vorn und 30 cm seitlich über die Feuerraumöffnung hinausreichen — nicht über die Gerätekante. Siehe Sicherheitsabstände und Bodenplatte.
- Dauerbrandofen
- Feuerstätte, die für den ununterbrochenen Betrieb mit Braunkohlebriketts geprüft ist und die Glut über mehrere Stunden hält. Reine Holzöfen sind dagegen Zeitbrandfeuerstätten — Holz lässt sich nicht sinnvoll über Nacht durchbrennen.
- DIBt-Zulassung
- Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik. Sie ist bei raumluftunabhängigen Geräten das Entscheidende: Nur mit ihr ist geprüft, dass der Ofen auch bei Unterdruck dicht bleibt und in der Regel ohne zusätzliche Sicherheitseinrichtung mit einer Lüftungsanlage betrieben werden darf.
- Drosselklappe
- Auch Absperrklappe: eine verstellbare Klappe im Rauchrohr, mit der sich ein zu starker Schornsteinzug bremsen lässt. Sie darf den Querschnitt nie vollständig verschließen.
- Emissionsmessung
- Prüfung der Abgaswerte durch den Schornsteinfeger. Bei handbeschickten Einzelraumfeuerstätten wird in der Regel nicht wiederkehrend gemessen — maßgeblich sind die Werte aus der Typprüfung, die auf dem Typschild und im Datenblatt stehen.
- Ethanolkamin
- Feuerstelle, die mit Bioethanol betrieben wird und keinen Schornstein braucht, weil sie rückstandsarm verbrennt. Sie ersetzt keine Heizung, sondern ist eine Gestaltungslösung für Räume ohne Abgasweg.
- Feinstaub
- Feste Partikel im Abgas. Wie viel entsteht, hängt weniger am Gerät als an Holzfeuchte, Anzündmethode und Luftzufuhr — bei ein und demselben Ofen macht die Bedienung ein Vielfaches aus. Siehe Feinstaub: was stimmt.
- Feuerstättenschau
- Regelmäßige Prüfung aller Feuerstätten eines Gebäudes durch den Bezirksschornsteinfeger, üblicherweise zweimal in sieben Jahren. Sie betrifft die Anlage und den Abgasweg — Feuerraum, Dichtungen und Schamotte des Ofens bleiben Sache des Betreibers.
- Feuerungsverordnung (FeuVo)
- Landesrecht, das Aufstellung, Abstände, Bodenschutz und Verbrennungsluftversorgung regelt. Die Verordnungen der Länder ähneln sich stark, weichen im Detail aber voneinander ab.
- Förderdruck
- Der Unterdruck, den ein Schornstein erzeugt und der die Abgase nach oben zieht — umgangssprachlich der „Zug“. Er entsteht durch den Temperaturunterschied zwischen Abgas und Außenluft und wächst mit der Schornsteinhöhe. Siehe Der Kamin zieht nicht.
- Glanzruß
- Harte, glasig glänzende Ablagerung im Rauchrohr und Schornstein, die bei zu feuchtem Holz oder Schwelbrand entsteht. Sie ist der Ausgangspunkt eines Rußbrandes und lässt sich nur mechanisch entfernen.
- Grundofen
- Handwerklich gemauerter Speicherofen aus Schamotte, der die Wärme über viele Stunden als Strahlungswärme abgibt. Er wird vor Ort gesetzt, nicht als fertiges Gerät geliefert.
- Heizeinsatz
- Geschlossener Feuerraum zum Einbau in eine Verkleidung oder einen bestehenden offenen Kamin. Der Umbau eines offenen Kamins auf einen Heizeinsatz hebt den Wirkungsgrad von etwa 10 bis 30 Prozent auf über 80 Prozent.
- Heizkamin
- Kamin mit geschlossenem Feuerraum und großer Sichtscheibe, meist raumhoch verkleidet und individuell geplant. Er verbindet die Optik eines offenen Kamins mit dem Wirkungsgrad eines modernen Geräts.
- Heizwert
- Die nutzbare Energiemenge eines Brennstoffs. Bei Holz hängt sie vor allem an der Restfeuchte: Nasses Holz muss sein Wasser erst verdampfen und verliert dadurch einen erheblichen Teil seiner Wärme.
- Kaminbausatz
- Vorgefertigtes System aus Feuerraum und Verkleidungselementen, das vor Ort zusammengesetzt wird. Es verbindet die gestalterische Freiheit eines Heizkamins mit einer kalkulierbaren Montage.
- Kaminkassette
- Geschlossener Einsatz, der passgenau in einen vorhandenen offenen Kamin geschoben wird. Die günstigste Art, einen offenen Kamin auf heutigen Stand zu bringen.
- Kohlenmonoxid (CO)
- Farb- und geruchloses Gas, das bei unvollständiger Verbrennung entsteht. Es ist der Grund, warum Rauch im Wohnraum nie hingenommen werden darf und warum ein CO-Melder in der Nähe des Ofens sinnvoll ist.
- Konvektionsmantel
- Ein zweiter Mantel um den Feuerraum, durch den Raumluft nach oben streicht und dabei erwärmt wird. Er sorgt für schnellere Wärme und hält die Außenflächen deutlich kühler — ein Vorteil in Haushalten mit kleinen Kindern.
- Nennwärmeleistung
- Die Leistung in Kilowatt, für die ein Ofen ausgelegt und geprüft ist. Er soll in ihrer Nähe betrieben werden. Zu große Geräte werden gedrosselt, schwelen und verrußen — der häufigste Fehler beim Kaminofenkauf.
- Pelletofen
- Feuerstätte für gepresste Holzpellets, mit automatischer Beschickung und Zündung. Sie lässt sich zeitlich programmieren, braucht dafür aber Strom.
- Primärluft
- Verbrennungsluft, die von unten durch den Rost oder das Glutbett strömt. Sie wird zum Anheizen gebraucht und nach der Anheizphase weitgehend geschlossen.
- Rauchrohr
- Auch Ofenrohr: die Verbindung zwischen Ofen und Schornstein. Es wird heiß, braucht Abstand zu brennbaren Bauteilen und sollte einmal jährlich gereinigt werden.
- Raumheizvermögen
- Angabe, wie viel Raumvolumen ein Gerät erwärmen kann — abhängig vom Dämmzustand des Gebäudes. Sie ersetzt keine Heizlastberechnung, gibt aber eine erste Größenordnung.
- Raumluftunabhängig
- Ein Ofen, der seine Verbrennungsluft über eine dichte Leitung von außen bezieht und gegenüber dem Wohnraum vollständig abgedichtet ist. Nötig bei dichten Neubauten, Lüftungsanlagen und starken Dunstabzugshauben. Siehe Wann Sie einen brauchen.
- Restfeuchte
- Wassergehalt des Brennholzes. Zulässig sind bis zu 25 Prozent, gut brennt Holz erst unter 20 Prozent. Gemessen wird in der Mitte eines frisch aufgespaltenen Scheits, nie an der Oberfläche. Siehe Brennholz auswählen und lagern.
- Rußbrand
- Entzündung der Ablagerungen im Schornstein, bei der Temperaturen weit über 1.000 °C entstehen. Vorbeugung ist einfach: trockenes Holz, ausreichend Luft, regelmäßiges Kehren.
- Schamotte
- Feuerfestes Material zur Auskleidung des Feuerraums. Es speichert Wärme und schützt den Stahlkorpus. Risse sind normal und kein Mangel — getauscht wird erst bei Durchbruch oder starkem Abtrag.
- Scheibenspülung
- Gezielt an der Innenseite der Scheibe entlanggeführte Verbrennungsluft, die das Glas frei von Ruß hält. Funktioniert sie nicht mehr, liegt das meist nicht am Gerät. Siehe Die Scheibe verrußt.
- Sekundärluft
- Vorgewärmte Luft, die oberhalb des Holzes zugeführt wird und dort die Holzgase verbrennt. Sie ist die wichtigste Luftzufuhr im laufenden Betrieb und übernimmt zugleich die Scheibenspülung.
- Sicherheitsabstand
- Der Mindestabstand zu brennbaren Bauteilen. Verbindlich ist die Angabe auf dem Typschild. Häufig übersehen wird der Strahlungsbereich vor der Scheibe — in der Regel 80 cm, und er betrifft Sessel und Teppich, nicht die Wand.
- Speckstein
- Natursteinverkleidung mit hoher Wärmespeicherfähigkeit. Der Ofen wird langsamer warm, gibt die Wärme dafür über Stunden ab, und die Oberfläche bleibt angenehmer als blanker Stahl.
- Speicherblock
- Zusätzliche Masse aus Schamotte oder Speichersteinen über dem Feuerraum, die Wärme aufnimmt und über Stunden abgibt — bei manchen Geräten bis in den nächsten Morgen.
- Strahlungswärme
- Wärme, die wie Sonnenlicht direkt auf Körper und Flächen trifft, statt die Luft zu erwärmen. Sie wird als besonders behaglich empfunden und ist der Grund, warum ein Ofen wärmer wirkt, als das Thermometer anzeigt.
- Tertiärluft
- Dritte Luftstufe im oberen Feuerraum, die die letzten unverbrannten Gase nachverbrennt. Sie senkt Emissionen und erhöht den Wirkungsgrad.
- Typschild
- Das Schild am Gerät mit Hersteller, Modell, Prüfnorm, Baujahr und Sicherheitsabständen. Für die Austauschfristen der 1. BImSchV zählt das Datum auf dem Typschild — nicht das Einbaudatum.
- Umlenkblech
- Blech oder Platte über dem Feuerraum, die den Abgasweg verlängert und so mehr Wärme im Gerät hält. Darüber sammelt sich Flugasche, die einmal jährlich entfernt werden sollte.
- Vermiculit
- Helles, leichtes Mineralmaterial zur Feuerraumauskleidung. Es hält die Verbrennungstemperatur hoch und ist damit ein Grund für die guten Emissionswerte moderner Geräte — allerdings weicher als Schamotte.
- Wasserführender Kaminofen
- Ofen mit integriertem Wärmetauscher, der einen Teil der Wärme an Heizkreis oder Pufferspeicher abgibt. Er will hydraulisch geplant sein und passt nicht in jedes Haus.
- Wirkungsgrad
- Der Anteil der Holzenergie, der als Nutzwärme im Raum ankommt. Moderne Kaminöfen liegen bei 80 Prozent und darüber, ein offener Kamin bei 10 bis 30 Prozent.
- Zeitbrandfeuerstätte
- Die übliche Bauart für Holz-Kaminöfen: ausgelegt auf einzelne Abbrände mit Nachlegen, nicht auf Dauerbetrieb. Wärme über Nacht erreicht man über Speichermasse, nicht über gedrosselte Luft.
- Zugbegrenzer
- Auch Nebenlufteinrichtung: ein Bauteil, das bei zu starkem Schornsteinzug automatisch Raumluft beimischt und so den Förderdruck begrenzt. Sinnvoll bei sehr hohen Schornsteinen.
Noch Fragen?
Antworten auf die Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden, finden Sie unter Häufige Fragen. Ausführlicher wird es in unseren Ratgeber-Beiträgen — vom richtigen Anfeuern bis zur Wartung.
Oder Sie kommen einfach in Rimpar vorbei. Am brennenden Ofen erklärt sich das meiste von selbst.