Ratgeber

Brennholz: welches Holz, wie trocken, wie gelagert

12. September 2025

Ausstellungsraum mit verschiedenen Kaminöfen und Speicheröfen in schwarzer und weißer Ausführung, Holzlagerung und

Wenn uns jemand erzählt, sein Ofen heize schlecht, rausche die Scheibe zu, verbrauche zu viel Holz — dann liegt es in den allermeisten Fällen nicht am Ofen. Es liegt am Holz. Ein moderner Kaminofen ist auf einen sehr engen Bereich abgestimmt: richtige Holzart, richtige Größe, vor allem richtige Trockenheit. Wird eine dieser drei Größen verfehlt, arbeitet das beste Gerät unter seinen Möglichkeiten.

Die gute Nachricht: Alle drei können Sie selbst kontrollieren, und es kostet nichts außer etwas Vorausplanung.

Die Restfeuchte ist die wichtigste Zahl

Frisch geschlagenes Holz besteht zu ungefähr der Hälfte seines Gewichts aus Wasser. Dieses Wasser muss im Feuerraum erst verdampft werden, bevor Wärme in den Raum gelangen kann — und die Energie dafür stammt aus Ihrem Holz. Nasses Holz heizt also zuerst sich selbst.

Die Folgen sehen wir bei Kundenbesuchen immer wieder:

  • deutlich weniger Wärme bei gleicher Holzmenge
  • eine Scheibe, die innerhalb einer Stunde schwarz wird
  • Glanzruß im Ofenrohr und im Schornstein — im schlimmsten Fall Ausgangspunkt eines Rußbrandes
  • ein Vielfaches an Feinstaub und Kohlenmonoxid

Die Zielgröße: unter 20 Prozent Restfeuchte. Gesetzlich zulässig sind nach der 1. BImSchV maximal 25 Prozent, gut brennt Holz aber erst darunter. Zwischen 15 und 18 Prozent liegt der Bereich, in dem ein moderner Ofen das tut, wofür er gebaut wurde.

Selbst messen — für unter 30 Euro

Ein einfaches Holzfeuchtemessgerät mit zwei Messspitzen genügt. Wichtig ist, wo Sie messen: Nicht an der Oberfläche und nicht an der Stirnseite, denn dort ist das Holz immer trockener als innen. Spalten Sie ein Scheit frisch auf und messen Sie in der Mitte der neuen Bruchfläche, quer zur Faser. Wer nur außen misst, misst sich reich.

Ohne Gerät gibt es zwei brauchbare Hinweise: Trockenes Holz ist deutlich leichter als frisches, und zwei Scheite gegeneinander geschlagen klingen hell und hart statt dumpf. Beides ersetzt keine Messung, warnt aber zuverlässig vor offensichtlich zu feuchtem Holz.

Welche Holzart passt

Grundsätzlich gilt: Jedes naturbelassene, ausreichend trockene Scheitholz darf in den Ofen. Unterschiede gibt es bei Brenndauer, Flammenbild und Ascheanfall.

  • Buche — der Klassiker und unsere Standardempfehlung. Hoher Heizwert, ruhiges Glutbett, lange Brenndauer, wenig Funkenflug.
  • Eiche — brennt noch länger und ruhiger, entwickelt aber weniger Flammenspiel. Wegen der Gerbsäure am besten mit Buche gemischt. Braucht mit Abstand die längste Trockenzeit.
  • Birke — schönes, lebhaftes Flammenbild und angenehmer Geruch, brennt aber schneller ab. Gut für den Abend, an dem das Feuer im Vordergrund steht.
  • Esche, Ahorn, Obstholz — durchweg gute Brennhölzer, Obstholz duftet angenehm.
  • Nadelholz (Fichte, Kiefer, Lärche) — brennt heiß, aber kurz, und neigt wegen des Harzes zu Funkenflug. Im geschlossenen Kaminofen zulässig und zum Anheizen sogar ideal, im offenen Kamin ungeeignet.

Was nicht in den Ofen gehört

Das ist kein Ratschlag, sondern geltendes Recht: Behandeltes, lackiertes oder verleimtes Holz, Spanplatten, Paletten mit Fremdstoffen, Papier außer kleinen Mengen Anzündhilfe, Kartonagen, Zeitschriften und selbstverständlich Müll dürfen nicht verbrannt werden. Sie setzen Schadstoffe frei, die weder in Ihre Wohnung noch in die Nachbarschaft gehören, und sie zerstören die Auskleidung Ihres Feuerraums. Auch Holz aus dem Garten mit Erdresten hat im Ofen nichts verloren.

Die richtige Scheitgröße

Ein häufig unterschätzter Punkt. Die meisten Kaminöfen sind auf Scheite von 25 bis 33 Zentimetern Länge und einem Umfang von etwa einer Handbreit ausgelegt — die genaue Angabe steht in der Bedienungsanleitung Ihres Geräts. Zu große Scheite verbrennen unvollständig und rußen, zu kleine brennen zu schnell ab und lassen die Temperatur schwanken.

Faustregel für den Nachlegevorgang: lieber zwei mittlere Scheite als ein großes. Und immer nur so viel nachlegen, wie die Nennwärmeleistung des Ofens vorsieht — mehr Holz bedeutet nicht mehr Wärme, sondern nur eine höhere Belastung des Geräts.

Lagern: luftig, überdacht, geduldig

Holz trocknet nicht durch Wärme, sondern durch Luft. Der beste Lagerplatz ist deshalb nicht der geschlossene Keller, sondern eine Aussenwand mit Sonne und Wind.

  • Gespalten lagern. Ungespaltene Rundlinge trocknen kaum, weil die Rinde das Wasser hält.
  • Vom Boden abheben — auf Paletten oder Kanthölzern, sonst zieht Feuchtigkeit von unten nach.
  • Oben abdecken, seitlich offen lassen. Eine komplett umwickelte Plane ist der häufigste Fehler: Darunter schwitzt das Holz und schimmelt, statt zu trocknen.
  • Abstand zur Hauswand von etwa zehn Zentimetern, damit Luft hinter dem Stapel zirkuliert.

Zur Trockenzeit: Buche, Birke und Esche brauchen etwa zwei Jahre, Eiche eher drei, Nadelholz kann nach einem guten Sommer schon so weit sein. Wer im Herbst kauft und im selben Winter verheizt, verbrennt in aller Regel zu nasses Holz — auch dann, wenn es als "ofenfertig" verkauft wurde. Deshalb der wichtigste Rat dieses Beitrags: Kaufen Sie Ihr Holz eine Saison im Voraus.

Die letzten ein bis zwei Tage vor dem Verheizen darf das Holz gerne im Wohnraum stehen. Es nimmt Raumtemperatur an und zündet dadurch merklich leichter. Ein Holzfach am Ofen oder ein Korb daneben ist dafür genau richtig — und sieht nebenbei gut aus.

Und wenn der Ofen dazu passen soll

Viele Geräte bringen den Stauraum für den Wochenvorrat gleich mit — als Holzfach im Unterbau oder als offenes Regal neben dem Feuerraum. Bei uns in der Ausstellung können Sie ansehen, wie das in echt wirkt:

Sie sind sich nicht sicher?

Ob Ihr Holz taugt, sehen wir Ihnen in zwei Minuten an — bringen Sie einfach ein Scheit mit. Rufen Sie uns an oder kommen Sie in unserer Ausstellung in Rimpar vorbei — bei einem brennenden Ofen lässt sich vieles leichter erklären als am Telefon. Wir nehmen uns die Zeit.

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