Ratgeber

Feinstaub und Kaminöfen: was stimmt, was nicht

20. März 2026

Hase Lima Kaminofen mit türkiser Ringtextur und schwarzem Rohr in modernem Wohnzimmer mit Ziegelwand, Schreibtisch und

Wer heute über Kaminöfen liest, stößt schnell auf Schlagzeilen über Feinstaub. Wir gehen dem Thema nicht aus dem Weg — wir leben von Feuer, und gerade deshalb lohnt es sich, genau hinzusehen, statt es zu beschwichtigen oder zu dramatisieren.

Was in der Diskussion oft durcheinandergeht

Die Zahlen, die in Berichten über Holzfeuerung auftauchen, stammen überwiegend aus dem gesamten Bestand an Kleinfeuerungsanlagen in Deutschland. Darin stecken jahrzehntealte Geräte ohne jede Abgasführung, offene Kamine und Anlagen, in denen falsches Material verbrannt wird.

Diese Zahlen auf einen heutigen Kaminofen zu übertragen, ist ungefähr so treffend, wie den Verbrauch der Fahrzeugflotte von 1985 als Maßstab für einen aktuellen Neuwagen zu nehmen. Der Unterschied zwischen einem Gerät von 1990 und einem von heute liegt nicht bei ein paar Prozent, sondern bei einem Vielfachen.

Was gilt: die Grenzwerte der 1. BImSchV

Für neu in Betrieb genommene Kaminöfen gilt seit 2015 die zweite Stufe der Ersten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes:

  • Staub: höchstens 40 mg/m³
  • Kohlenmonoxid: höchstens 1.250 mg/m³
  • Mindestwirkungsgrad: 73 Prozent

Viele Geräte in unserer Ausstellung unterschreiten diese Werte deutlich — Modelle mit dem Umweltzeichen Blauer Engel müssen noch einmal erheblich darunter liegen. Welche Werte Ihr Wunschgerät genau erreicht, steht im Datenblatt, und wir sagen es Ihnen im Gespräch.

Was für Altgeräte gilt und welche Fristen laufen, haben wir hier zusammengefasst: Kaminofen-Grenzwerte der 1. BImSchV.

Der größte Hebel sitzt nicht im Gerät

Das ist der Teil, der in der öffentlichen Diskussion fast immer fehlt: Zwei identische Öfen können sich im Ausstoß um ein Vielfaches unterscheiden — je nachdem, wie sie betrieben werden. Drei Faktoren entscheiden:

1. Die Holzfeuchte

Zu feuchtes Holz senkt die Verbrennungstemperatur so weit, dass unverbrannte Kohlenwasserstoffe übrig bleiben. Das ist der mit Abstand größte Einzelfaktor. Wie Sie die Restfeuchte prüfen, steht in unserem Beitrag zu Brennholz.

2. Die Anzündphase

Die ersten zehn Minuten eines Abbrands sind die schmutzigsten. Wer von unten anzündet, treibt Gase aus, bevor genug Flamme da ist, sie zu verbrennen. Anzünden von oben senkt den Ausstoß in dieser Phase erheblich — und kostet nichts außer einer Umgewöhnung. Anleitung: Kaminofen richtig anfeuern.

3. Die Luftzufuhr

Ein gedrosselter Ofen schwelt. Schwelbrand bedeutet unvollständige Verbrennung, und unvollständige Verbrennung bedeutet Ruß, Feinstaub und Kohlenmonoxid. Ein Ofen soll in der Nähe seiner Nennwärmeleistung laufen, nicht auf Sparflamme.

Zusammengefasst: Wer trockenes Holz von oben anzündet und dem Feuer Luft lässt, betreibt denselben Ofen um ein Vielfaches sauberer als jemand, der feuchtes Holz drosselt. Das ist keine Marketingaussage, sondern der Grund, warum bei Emissionsmessungen die Bedienung so streng vorgeschrieben ist.

Was moderne Technik dazu beiträgt

  • Automatische Abbrandsteuerung. Sie regelt die Luft temperaturabhängig und nimmt dem Betreiber genau die Fehler ab, die den größten Unterschied machen. Siehe CB ABS Pro+ und fire+.
  • Sekundär- und Tertiärluftführung. Vorgewärmte Luft wird gezielt dorthin geleitet, wo die Holzgase verbrennen — die eigentliche Nachverbrennung findet oberhalb des Holzes statt.
  • Staubabscheider. Elektrostatische Abscheider im Schornstein sind technisch möglich und werden in Einzelfällen gefordert. Wir beraten dazu, wenn es die Situation verlangt.

Unsere Haltung

Ein Kaminofen ist kein Hauptheizsystem für ein ganzes Haus und wird von uns auch nicht so verkauft. Er ist eine zweite, vom Stromnetz unabhängige Wärmequelle und ein Ort, an dem man abends sitzt. Richtig betrieben ist er das mit einem Brennstoff, der in unserer Region nachwächst und kurze Wege hat.

Falsch betrieben belastet er die Nachbarschaft. Deshalb erklären wir bei jeder Montage, wie das Gerät bedient wird — nicht als Beigabe, sondern weil es der Teil ist, der am Ende den Unterschied macht.

Sie sind sich nicht sicher?

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr vorhandener Ofen dasteht: Bringen Sie das Typenschild-Foto mit, wir sehen die Werte nach. Rufen Sie uns an oder kommen Sie in unserer Ausstellung in Rimpar vorbei — bei einem brennenden Ofen lässt sich vieles leichter erklären als am Telefon. Wir nehmen uns die Zeit.

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Feuerhaus Kalina
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