15. September 2026

Es gibt einen Moment beim Heizen mit Holz, an dem sich alles entscheidet: der Griff zum Luftschieber. Zu früh zugemacht, und das Feuer erstickt, qualmt und rußt die Scheibe zu. Zu spät, und die Wärme verschwindet im Schornstein, während das Holz in halber Zeit durch ist. Zwischen diesen beiden Fehlern liegt ein Fenster von vielleicht zehn Minuten — und es verschiebt sich mit jedem Abbrand, je nach Holz, Wetter und Zug im Schornstein.
Wer das jahrzehntelang gemacht hat, trifft es oft im Gefühl. Trotzdem gilt: Es ist eine Sache mehr, an die man denken muss, während der Besuch da ist oder das Essen auf dem Herd steht. Eine Abbrandsteuerung nimmt genau diese Sache ab.
Was die Automatik im Alltag abnimmt
Der Ablauf mit einer Abbrandsteuerung ist denkbar kurz. Sie schichten das Holz ein, zünden an, schließen die Tür — fertig. Von da an bewegt der Ofen seinen Luftschieber selbst: viel Luft beim Anheizen, damit der Brennraum schnell auf Temperatur kommt, dann schrittweise weniger, wenn das Feuer trägt, und am Ende zu, damit die Restwärme im Raum bleibt statt im Schornstein zu verschwinden.
Kommt der richtige Zeitpunkt zum Nachlegen, meldet sich der Ofen von selbst — über ein Leuchtsignal am Gerät und, wenn Sie möchten, mit einer Nachricht aufs Handy. Damit fällt auch der zweite klassische Fehler weg: das Nachlegen auf eine Glut, die schon zu kalt geworden ist. Drooff beschreibt das in eigenen Worten so:
Wird die Grundglut zu kalt, so zündet eine neue Holzauflage nur schlecht. Entweder es entstehen überflüssige Emissionen oder Sie müssen sogar den Anheizvorgang wiederholen.
Drei Hersteller, die das seit Jahren können
Automatische Verbrennungsluftsteuerung ist bei uns kein Zukunftsthema und kein Prospektversprechen. Wir führen drei Hersteller, die diese Technik seit Jahren serienmäßig bauen und weiterentwickeln — jeder mit eigenem System, jeder ausgereift.
Hase iQ
Die iQ-Technologie analysiert nach Angaben des Herstellers „die Brenntemperatur permanent" und „reguliert selbständig die Verbrennungsluft", sodass das Feuer „ohne Eingriffe von außen optimal brennt". Das Ergebnis ist eine emissionsarme Verbrennung über den gesamten Abbrand, ohne dass Sie den Luftschieber anfassen.
Zum Nachlegen meldet sich der Ofen selbst: iQ „erinnert per Leuchtsignal und App rechtzeitig an das Nachlegen von Holz". Die App zeigt außerdem die aktuelle Brennqualität und die Abbrände der vergangenen Monate — Sie sehen also schwarz auf weiß, ob Ihr Holz taugt und ob die Auflagemenge passt.
Alle Modelle mit iQ finden Sie bei Hase.
CB-tec ABS Pro+
Die Abbrandsteuerung ABS Pro+ begleitet das Feuer in drei Phasen: volle Luft beim Anheizen, damit der Brennraum schnell auf Temperatur kommt, dreistufiges Zurückregeln in der Brandphase, kontrolliertes Schließen in der Glutphase, damit die Restwärme im Raum bleibt statt im Schornstein zu verschwinden. CB-tec nennt als Vorteile höhere Effizienz, weniger Feinstaub und Kohlenmonoxid, Schutz vor zu hohen Temperaturen und den Komfort einer Anlage, die sich selbst meldet.
Technisch besteht die Steuerung aus vier Bauteilen, die im Ofen verbaut sind: ein hochhitzebeständiger Temperatursensor oben im Gerät, ein Türkontaktsensor am Brennraum, ein Stellmotor an der Luftklappe und die Steuereinheit im Sockel. Der Ofen weiß damit jederzeit, wie heiß es ist und ob gerade nachgelegt wurde.
Der Nachlegehinweis kommt über ein Symbol am Gerät, eine fünfzehn Sekunden blinkende Status-LED und eine Push-Benachrichtigung aufs Handy. Fällt der Strom aus, öffnet die Klappe auf 60 Prozent — das Feuer brennt sicher weiter. Wie die Steuerung im Einzelnen arbeitet, haben wir hier ausführlich beschrieben: Abbrandsteuerung CB ABS Pro+ im Detail.
Erhältlich ist die Steuerung nicht nur an einzelnen Geräten, sondern quer durch die Baureihen — von den kompakten Vaio-Modellen bis zu den neocube-Serien einschließlich der Raumteiler. Im aktuellen neocube-Katalog ist sie für die Modelle durchgängig als Ausstattung vorgesehen.
Die vollständige Auswahl finden Sie bei CB-tec und neocube. Welche Ausführung sich mit Steuerung bestellen lässt, klären wir im Gespräch — das hängt am jeweiligen Modell und an der Ausstattung.
Drooff fire+
Bei fire+ werden nach Herstellerangaben „Brennraumtemperatur und Schornsteinzug permanent erfasst und von einem Mikrocontroller ausgewertet". Besonders schön: Man kann der Steuerung zusehen — der Luftschieber bewegt sich sichtbar in die jeweils passende Position. Bedient wird per Webanwendung im ganzen WLAN-Bereich des Hauses, bei einigen Modellen auch direkt am Ofen, und man kann jederzeit auf Handbetrieb wechseln.
Drooff fasst die Vorteile von fire+ so zusammen: komfortable Bedienung, Vermeidung von Bedienfehlern, Emissionswerte und Wirkungsgrad auf Spitzenniveau, weniger Holzverbrauch, ein fantastisches Flammenbild, Anzeige des perfekten Zeitpunkts zum Nachlegen sowie minimierte Zugschwankungen und Temperaturspitzen. Verfügbar ist fire+ für alle Drooff-Scheitholzöfen mit Ausnahme von Aprica 2 Cook und Farini.
Alle Modelle finden Sie bei Drooff.
Warum elektrisch und nicht Bimetall
„Automatikofen" steht auch auf Geräten, die ganz ohne Elektronik auskommen. Dort sitzt ein Bimetall in der Luftzufuhr: zwei miteinander verbundene Metalle, die sich bei Wärme unterschiedlich stark ausdehnen. Der Streifen biegt sich, wenn er heiß wird, und schließt dabei die Luftklappe. Kalt ist die Klappe offen, heiß ist sie zu. Das klingt elegant — und hat einen Haken, der sich nicht wegkonstruieren lässt.
Das Bimetall kennt nämlich nur eine einzige Größe: seine eigene Temperatur. Es weiß nicht, ob gerade frisches Holz aufliegt oder ob nur noch Glut da ist. Legen Sie auf eine warme Glut nach, ist der Streifen noch heiß und hält die Klappe weiter geschlossen — genau in dem Moment, in dem das frische Scheit die meiste Luft bräuchte. Das Ergebnis ist ein Feuer, das schwer in Gang kommt, qualmt und die Scheibe zusetzt. Bis das Bimetall abgekühlt ist und wieder öffnet, ist die kritische Phase längst vorbei.
Eine elektronische Steuerung hat dieses Problem nicht. Sie erkennt, dass die Tür geöffnet und wieder geschlossen wurde, sie sieht den Temperaturverlauf, und sie fährt die Luft für den neuen Abbrand wieder auf. Deshalb unsere klare Empfehlung: Wenn Automatik, dann eine mit Sensorik und Motor — nicht eine, die sich nur nach ihrer eigenen Wärme richtet.
Für wen sich das besonders lohnt
Viele unserer Kunden heizen seit Jahrzehnten mit Holz und wissen genau, wie ihr Ofen tickt. Gerade sie sagen uns oft: Der neue Ofen reagiert anders als der alte, und den Schieber jedes Mal im richtigen Moment zu stellen, ist eine Sache mehr, an die man denken muss. Wenn dann noch Besuch da ist oder das Telefon klingelt, wird sie eben vergessen.
Eine Abbrandsteuerung nimmt diese Sache dauerhaft ab. Man bleibt beim Feuer, statt es zu verwalten. Für alle, die den Ofen weiter genießen wollen, ohne die Uhr im Blick zu behalten, ist das der eigentliche Gewinn — mehr noch als jedes eingesparte Scheit.
Genauso gilt es für alle, die neu mit Holz anfangen. Die Bedienung eines Kaminofens will normalerweise gelernt sein, mit ein, zwei Wintern Übung. Mit Steuerung entfällt diese Lernkurve fast vollständig — die typischen Anfängerfehler kann man schlicht nicht mehr machen. Wie richtig angezündet wird, bleibt trotzdem wissenswert: Kaminofen richtig anfeuern.
Was der Aufpreis bringt
Eine Abbrandsteuerung kostet extra — je nach Hersteller als Ausstattungsmerkmal des Modells oder als Option beim Kauf. Nachrüsten lässt sie sich in aller Regel nicht, weil Sensorik, Motor und Klappenmechanik zur Bauart des Ofens gehören. Diese Entscheidung fällt also beim Kauf, nicht später.
Was Sie dafür bekommen, nennen die Hersteller übereinstimmend: geringerer Holzverbrauch, niedrigere Emissionen, höherer Wirkungsgrad, eine sauberere Scheibe — und die Bedienung, die keine mehr ist. Drooff fasst die Vorteile so zusammen:
- komfortable Bedienung
- Vermeidung von Bedienfehlern
- Emissionswerte und Wirkungsgrad auf Spitzenniveau
- weniger Holzverbrauch
- fantastisches Flammenbild
- Anzeige des perfekten Zeitpunktes zum Nachlegen
- minimierte Zugschwankungen und Temperaturspitzen
Wie sich das auf den Preis auswirkt, ist von Hersteller zu Hersteller verschieden. Bei Hase gehört die Steuerung zur Ausführung — aus einem Sila wird ein Sila iQ. Bei CB-tec und Drooff wird sie beim Kauf dazugewählt, und bei einzelnen Baureihen ist sie ohnehin serienmäßig dabei. Was sie an Ihrem Wunschmodell kostet, sagen wir Ihnen im Angebot — mit der aktuellen Preisliste des Herstellers vor uns auf dem Tisch.
Ob sich der Aufpreis über den Holzverbrauch allein rechnet, hängt davon ab, wie viel Sie heizen — dazu sagen wir Ihnen im Gespräch lieber eine ehrliche Einschätzung als eine Zahl aus dem Prospekt. Der Komfortgewinn dagegen ist ab dem ersten Abend da.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Abbrandsteuerung und Abbrandregelung?
Die Begriffe werden im Handel uneinheitlich verwendet und meinen meist dasselbe: eine Automatik, die den Luftschieber selbst bedient. Entscheidend ist nicht das Wort, sondern die Technik dahinter — ob das Gerät den Zustand des Feuers über Sensoren erfasst und darauf reagiert, oder ob es nur auf seine eigene Wärme reagiert wie ein Bimetall. Alle drei Systeme, die wir führen, arbeiten mit Sensorik.
Kann ich eine Abbrandsteuerung nachrüsten?
In aller Regel nicht. Sensorik, Stellmotor und Klappenmechanik gehören zur Konstruktion des Ofens und werden im Werk verbaut. Wer eine Steuerung möchte, entscheidet das beim Kauf. Bei manchen Modellen ist sie serienmäßig, bei anderen als Option bestellbar.
Was passiert bei Stromausfall?
Das hängt vom System ab. Bei CB-tec öffnet die Klappe auf 60 Prozent, das Feuer brennt also sicher weiter. Bei Drooff lässt sich jederzeit auf Handbetrieb umschalten. Ein Ofen mit Steuerung wird durch einen Stromausfall nicht unbenutzbar.
Brauche ich trotzdem trockenes Holz?
Ja, unbedingt. Eine Steuerung holt aus jedem Holz das Beste heraus, aber Wasser im Scheit muss sie erst verdampfen, bevor Wärme entsteht — das kostet Energie und erzeugt Emissionen. Höchstens 20 Prozent Wassergehalt bleiben die Grundlage. Worauf es beim Einkauf ankommt, steht in Brennholz: welches Holz, wie trocken, wie gelagert.
Muss ich für die App etwas einrichten?
Die Systeme binden sich ins heimische WLAN ein. Wer keine App möchte, muss keine nutzen — die Steuerung arbeitet auch ohne, und den Hinweis zum Nachlegen gibt es dann über das Leuchtsignal am Ofen. Die Einrichtung übernehmen wir bei der Montage.
Woher die Angaben stammen
Holz aufschichten, anzünden, Tür zu. Alles Weitere macht der Ofen — und Sie schauen einfach ins Feuer.
Wir zeigen Ihnen die Steuerungen gern im laufenden Betrieb und sagen Ihnen ehrlich, ob sich der Aufpreis in Ihrem Fall lohnt. Beratung vereinbaren oder einfach in Rimpar vorbeikommen.