Ratgeber

Kaminofen kaufen: die Checkliste vor der Entscheidung

15. Mai 2026

Ausstellungsraum mit Kaminöfen: Verkäufer zeigt Prospekt zwei Kunden, im Hintergrund mehrere Kaminöfen ausgestellt, einer

Ein Kaminofen ist eine Anschaffung für zwanzig Jahre und mehr. Die meisten Enttäuschungen, von denen uns Kunden berichten, gehen nicht auf ein schlechtes Gerät zurück, sondern auf eine Entscheidung, die zu früh getroffen wurde — meist nach dem Aussehen und vor der Technik.

Die folgenden Punkte gehen wir in jeder Beratung durch. Sie können sie vorab für sich selbst beantworten; dann wird das Gespräch deutlich kürzer und genauer.

1. Wofür soll der Ofen da sein?

Die erste und wichtigste Frage, und sie klingt banaler, als sie ist. Gemütlichkeit an ein paar Abenden im Winter führt zu einem anderen Gerät als "ich möchte damit die Wärmepumpe entlasten" oder "wir wollen im Stromausfall nicht frieren". Wer den Ofen als zweite Wärmequelle plant, braucht Speichermasse; wer das Feuer sehen will, braucht Scheibenfläche. Beides zugleich gibt es, kostet aber Platz.

2. Welche Leistung ist die richtige?

Der häufigste Fehler beim Kaminofenkauf ist ein zu großes Gerät. Die Folge: Es wird unerträglich warm, also wird gedrosselt, also schwelt der Ofen, also verrußt die Scheibe und der Schornstein — ein Problem, das sich nicht wegregeln lässt.

Als grober Anhalt gilt für gut gedämmte Neubauten etwa 1 kW je 25 bis 30 Quadratmeter, für unsanierte Altbauten eher 1 kW je 10 bis 15 Quadratmeter. Weil das eine sehr grobe Spanne ist, rechnen wir die tatsächliche Heizlast für Ihren Raum aus, statt zu schätzen. In der Praxis landen wir bei vielen modernen Häusern bei vier bis fünf Kilowatt — deutlich weniger, als die meisten erwarten.

3. Ist ein Schornstein da — und passt er?

Vorhanden ist nicht gleich geeignet. Zu klären sind Querschnitt, Höhe, Zustand und ob der Zug bereits anderweitig belegt ist. Ein zu großer Querschnitt ist bei modernen, sparsamen Geräten ein häufiges Problem.

Ist kein Schornstein da, ist das kein Ausschlusskriterium: Wir planen und bauen ihn, auch als Edelstahlschornstein an der Außenwand. Das sollte nur von Anfang an im Budget stehen und nicht als Überraschung kommen.

4. Wie dicht ist das Haus?

Neubau, Lüftungsanlage oder starke Dunstabzugshaube führen zur Frage nach einem raumluftunabhängigen Gerät und einer Zuluftleitung. Wenn Sie neu bauen: Klären Sie das, solange der Rohbau offen ist. Details unter raumluftunabhängiger Kaminofen.

5. Wo genau soll er stehen?

Aufstellort heißt: Abstände zu brennbaren Bauteilen, Bodenbelag, Möblierung, Wegeführung im Raum und die Frage, wo das Rauchrohr entlangläuft. Fotografieren Sie die Stelle und messen Sie grob aus — das beschleunigt alles. Was dabei zu beachten ist, steht in unserem Beitrag zu Sicherheitsabständen und Bodenplatte.

6. Wie schnell soll die Wärme kommen — und wie lange bleiben?

Ein Stahlofen wird schnell warm und kühlt schnell aus. Speckstein, Keramik oder ein Speicherblock brauchen länger, geben die Wärme dafür über Stunden ab, teils bis in den nächsten Morgen. Wer abends um sieben nach Hause kommt und um elf ins Bett geht, braucht etwas anderes als jemand, der den ganzen Tag zu Hause ist.

7. Wie oft möchten Sie nachlegen?

Ein normaler Kaminofen will alle 45 bis 90 Minuten ein bis zwei Scheite. Wer das nicht möchte, sollte über ein Gerät mit Speichermasse oder über einen Gaskaminofen nachdenken. Das ist eine Frage des Alltags, keine der Technik — und sie wird beim Kauf fast nie gestellt.

8. Soll das Gerät mitdenken?

Eine automatische Abbrandsteuerung regelt die Luftzufuhr selbst. Das spart Holz, hält die Scheibe sauber und verzeiht Bedienfehler. Wenn Sie ohnehin selten Zeit haben, sich um den Ofen zu kümmern, ist das der Aufpreis mit dem spürbarsten Alltagsnutzen.

9. Was ist mit dem Holz?

Haben Sie Platz, um zwei Jahresvorräte trocken zu lagern? Wenn nicht, planen Sie einen Bezug ein oder wählen ein Gerät mit Holzfach, das den Wochenvorrat aufnimmt. Wer Holz erst im Herbst kauft, verheizt zu nasses Holz — dazu unser Beitrag zu Brennholz.

10. Wer baut ein, und wer kommt, wenn etwas ist?

Der Punkt, den wir für den wichtigsten halten — und zwar unabhängig davon, bei wem Sie kaufen. Ein Ofen ist keine Ware, die man auspackt und hinstellt. Zwischen Auslegung, Schornsteinberechnung, Abstimmung mit dem Schornsteinfeger, Montage, Abnahme und der ersten Inbetriebnahme liegen etliche Schritte, bei denen es auf Erfahrung ankommt.

Fragen Sie deshalb konkret: Wer rechnet die Leistung aus? Wer spricht mit dem Schornsteinfeger? Wer montiert — eigene Leute oder eine Fremdfirma? Wer kommt in fünf Jahren, wenn eine Dichtung fällig ist? Bei uns sind das in allen Fällen dieselben Personen. Genau deshalb machen wir es so.

Was Sie zur Beratung mitbringen sollten

  • Fotos des geplanten Aufstellorts, gern aus mehreren Richtungen
  • ungefähre Raumgröße und Deckenhöhe
  • Angaben zum Schornstein, falls vorhanden — oder ein Foto des Anschlusses
  • bei Neubau oder Sanierung: die Baupläne
  • Baujahr und Dämmzustand des Hauses

Damit lässt sich in einem einzigen Termin fast alles klären.

Sie sind sich nicht sicher?

Nehmen Sie sich für den ersten Termin eine Stunde Zeit — danach wissen Sie, was in Ihrem Haus möglich ist und was es ungefähr kostet. Rufen Sie uns an oder kommen Sie in unserer Ausstellung in Rimpar vorbei — bei einem brennenden Ofen lässt sich vieles leichter erklären als am Telefon. Wir nehmen uns die Zeit.

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Ausstellung
Feuerhaus Kalina
Maidbronner Straße 3 97222 Rimpar
Öffnungszeiten
Mi–Fr 12:00–18:30 Uhr · Sa 10:00–14:00 Uhr

Parkplätze direkt vor dem Haus. Für eine ausführliche Beratung vereinbaren Sie am besten vorab einen Termin.