23. September 2021

Ein Kaminofen wird über die Luftzufuhr geregelt. Beim Anheizen braucht das Feuer viel Luft, in der Hauptphase weniger, gegen Ende fast keine mehr. Wer das von Hand macht, steht immer wieder auf, schätzt und schiebt nach — und liegt zwangsläufig manchmal daneben. Genau da setzt die iQ-Technik von Hase an.
Dieser Text erklärt, was iQ und iQ+ unterscheidet, was beides kostet und in welchen Fällen sich der Aufpreis lohnt — und in welchen nicht.

Was iQ macht
iQ misst laufend die Temperatur im Brennraum und stellt die Verbrennungsluft danach ein. Der Zielbereich liegt zwischen 500 und 600 °C: heiß genug, dass Holzgase vollständig verbrennen, und nicht so heiß, dass Wärme ungenutzt durch den Schornstein geht.
Bis zu vierzig Mal je Abbrand wird nachgeregelt. Das sind Handgriffe, die kein Mensch in dieser Häufigkeit macht — und jeder ausgelassene Handgriff kostet Wirkungsgrad und erzeugt Emissionen. Nebenbei gleicht die Regelung aus, was sich ohnehin nicht steuern lässt: einen Schornstein mit wenig Zug, feuchteres Holz als gedacht, Föhnwetter, das den Auftrieb bremst.
Wichtig zum Verständnis: iQ ist keine Fernbedienung. Sie legen weiterhin selbst Holz nach und zünden selbst an. Die Technik nimmt Ihnen nicht das Heizen ab, sondern das Nachjustieren dazwischen.
Was iQ+ zusätzlich kann
iQ+ ergänzt die Regelung um eine katalytische Technik im Ofenkörper. Ein Katalysator lässt Abgasbestandteile bei niedrigerer Temperatur nachverbrennen, die sonst unverbrannt in den Schornstein gingen — vor allem in den Phasen, in denen das Feuer noch nicht oder nicht mehr auf Betriebstemperatur ist. Beim Anheizen und beim Ausbrennen also, wo die meisten Emissionen entstehen.
Das Ergebnis ist überprüfbar: Das Umweltzeichen Blauer Engel (DE-UZ 212) führt die iQ+-Öfen namentlich — SILA iQ+, SILA PLUS iQ+ und LIMA iQ+. Genau für diese drei Baureihen bietet Hase die iQ+-Ausführung an. Was das Umweltzeichen verlangt, steht im Beitrag Der Blaue Engel für Kaminöfen.
Der Blaue Engel verlangt also weniger als die Hälfte des gesetzlich Zulässigen, dazu eine Obergrenze für die Anzahl der Staubpartikel im Abgas. Das ist kein Herstellerversprechen, sondern ein Umweltzeichen des Bundes mit veröffentlichten Vergabekriterien.
Kein Zusatzgerät nötig: Die Technik sitzt im Ofen. Es braucht keinen Staubabscheider im Schornstein und keine baulichen Änderungen.
Die App
Zu beiden Ausführungen gehört eine App. Sie zeigt, wie sauber der Ofen gerade brennt, meldet den richtigen Moment zum Nachlegen und führt Buch über die Abbrände der letzten Monate. Anleitung und Seriennummer liegen ebenfalls darin.
Der Nachlege-Hinweis ist der Teil, der im Alltag tatsächlich etwas ändert: Zu früh nachgelegt drückt die Temperatur, zu spät lässt die Glut einbrechen. Beides sieht man dem Feuer nicht zuverlässig an.
Was es kostet
Der Aufpreis ist bei allen Baureihen gleich — Sie können also für jedes Modell mit denselben Beträgen rechnen:
- Grundmodell
Luftregelung von Hand, wie bei jedem klassischen Kaminofen.
- iQ: +790 €
Automatische Luftregelung, App, Nachlege-Hinweis.
- iQ+: +1.290 €
Zusätzlich der Katalysator im Ofenkörper und damit der Blaue Engel.
Für wen lohnt sich was?
Eine ehrliche Einordnung, auch wenn wir die Öfen verkaufen:
iQ lohnt sich, wenn Sie regelmäßig heizen — mehrmals die Woche über die ganze Saison. Dann summieren sich die eingesparten Handgriffe, und der bessere Ausbrand macht sich am Holzverbrauch bemerkbar. Ebenso, wenn Ihr Schornstein bekanntermaßen schwierig ist.
iQ+ lohnt sich zusätzlich, wenn Sie in dichter Bebauung wohnen, wo Nachbarn den Rauch mitbekommen, oder wenn Ihnen die niedrigsten Emissionswerte wichtig sind. Der Blaue Engel ist außerdem ein Argument, falls kommunale Auflagen strenger werden.
Sie brauchen es eher nicht, wenn der Ofen ein paar Mal im Winter zum Wohlfühlen läuft. Wer selten und bewusst heizt, reguliert gerne selbst — und 790 € sind an anderer Stelle besser angelegt, etwa in trockenerem Holz oder einer besseren Verkleidung.
Unsere Hase-Öfen mit iQ
Alle Modelle gibt es auch ohne iQ. In unserer Ausstellung in Rimpar können Sie beides nebeneinander sehen:
Häufige Fragen
Braucht die iQ-Technik Strom?
Ja, der Ofen benötigt einen Stromanschluss. Der Verbrauch ist gering, aber eine Steckdose in der Nähe des Aufstellorts muss vorhanden sein oder gelegt werden. Das planen wir bei der Beratung mit ein.
Funktioniert der Ofen bei Stromausfall?
Das Feuer brennt weiter — es geht nichts kaputt und nichts wird gefährlich. Die automatische Regelung fällt aus, Sie stellen die Luft dann von Hand ein wie bei einem klassischen Ofen.
Muss ich die App benutzen?
Nein. Die Regelung arbeitet unabhängig davon. Den Hinweis zum Nachlegen zeigt der Ofen auch selbst an. Die App macht das Brennverhalten nur zusätzlich sichtbar.
Lässt sich iQ später nachrüsten?
Nein. Die Technik ist Teil des Ofens und wird im Werk eingebaut. Die Entscheidung fällt beim Kauf — deshalb lohnt es sich, vorher ehrlich einzuschätzen, wie oft der Ofen laufen wird.
Wo finde ich die genauen Emissionswerte meines Modells?
Im technischen Datenblatt und im Prüfbericht nach EN 13240, die Hase zu jedem Modell bereitstellt. Wir legen Ihnen die Werte des Modells, das Sie interessiert, gerne vor — pauschale Angaben für „alle iQ-Öfen" gibt es nicht, sie unterscheiden sich je nach Bauart.
Ersetzt der Blaue Engel eine Feinstaubmessung?
Nein. Der Schornsteinfeger prüft Ihre Anlage unabhängig davon. Ein Ofen mit dem Blauen Engel hält die gesetzlichen Grenzwerte allerdings mit deutlichem Abstand ein.
Nebeneinander ansehen
Technik lässt sich schwer aus einem Text beurteilen. In unserer Ausstellung in Rimpar bei Würzburg stehen Hase-Öfen mit und ohne iQ — und wir zeigen Ihnen an einem laufenden Gerät, was die Regelung tatsächlich tut.