24. April 2026

Ein Kaminofen ist ein erstaunlich genügsames Gerät. Er hat keine Pumpe, keine Elektronik, die ausfallen könnte, und keine jährliche Wartung durch eine Fachfirma vorgeschrieben. Was er braucht, ist ein wenig Aufmerksamkeit — und die richtet sich nach dem Kalender.
Regelmäßig, während der Heizsaison
Asche: nicht zu viel und nicht zu wenig
Eine dünne Ascheschicht auf dem Feuerraumboden ist erwünscht. Sie isoliert, hält die Glut länger und erleichtert das Anheizen am nächsten Abend. Bei Geräten mit Rost dagegen muss die Asche regelmäßig herunter, damit die Primärluft durchkommt.
Beim Entleeren: Der Ofen muss kalt sein — und "kalt" heißt hier wirklich kalt, nicht "seit zwei Stunden aus". Asche kann unter der grauen Oberfläche noch Tage später Glutnester enthalten. Genau daraus entstehen jedes Jahr Brände in Mülltonnen und Garagen.
- Asche in einen Metalleimer mit Deckel füllen, niemals in einen Kunststoffeimer oder Papiersack.
- Den Eimer auf nicht brennbarem Untergrund und mit Abstand zu allem Brennbaren abstellen — nicht auf der Holzterrasse und nicht neben dem Holzstapel.
- Mindestens 48 Stunden stehen lassen, bevor die Asche weiter entsorgt wird.
- Ein Aschesauger mit Metallbehälter und feinem Filter ist eine gute Anschaffung. Ein normaler Haushaltsstaubsauger ist es nicht: Feine Asche geht durch den Filter und wird zu Feinstaub im Wohnzimmer.
Wohin damit? In den Restmüll. Nicht in die Biotonne, nicht auf den Kompost und nicht ins Beet. Holzasche enthält Schwermetalle, die sich im Boden anreichern — auch dann, wenn nur naturbelassenes Holz verbrannt wurde. Die Vorstellung von Asche als Dünger stammt aus einer Zeit mit anderer Luftbelastung.
Die Scheibe
Kalte Holzasche auf feuchtem Papier reinigt besser und schonender als jeder Spezialreiniger. Wird die Scheibe schnell wieder schwarz, ist das ein Hinweis auf ein Verbrennungsproblem — die vier häufigsten Ursachen haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben: Die Scheibe verrußt.
Einmal im Jahr: die Wartung am Saisonende
Der beste Zeitpunkt ist das Frühjahr, wenn der Ofen ohnehin ausgeht. Dann steht er den Sommer über sauber da, und Ersatzteile lassen sich in Ruhe beschaffen, statt am ersten kalten Novemberabend.
Abgaswege reinigen
Über dem Feuerraum sitzen Umlenkbleche oder Schamotteplatten, über denen sich Flugasche sammelt. Wie man sie herausnimmt, steht in der Bedienungsanleitung — meist genügen ein Handgriff und etwas Vorsicht. Legt sich dort eine dicke Schicht ab, sinkt die Wärmeabgabe spürbar.
Auch das Rauchrohr zwischen Ofen und Schornstein gehört gereinigt. Es hat dafür eine Reinigungsöffnung.
Dichtungen prüfen
Die Glasfaserdichtbänder an Tür und Scheibe sind Verschleißteile. Sie werden mit den Jahren hart, dünn und flachgedrückt.
Der Papiertest: Ein Blatt Papier zwischen Tür und Rahmen klemmen und die Tür schließen. Lässt es sich ohne Widerstand herausziehen, ist die Dichtung fällig. Machen Sie den Test an mehreren Stellen rundum, nicht nur an einer.
Der Austausch ist unkompliziert und kostet wenig. Wir haben die gängigen Dichtungsschnüre und den passenden Kleber vorrätig; wenn Sie das Maß nicht kennen, bringen Sie ein Stück der alten Dichtung mit.
Schamotte und Vermiculit ansehen
Die hellen Platten im Feuerraum sind Verschleißteile — sie sollen mit der Zeit Risse bekommen, das ist normal und kein Mangel. Getauscht werden sie erst, wenn eine Platte durchgebrochen ist, sich verschoben hat oder so dünn geworden ist, dass der Stahlkorpus dahinter sichtbar wird. Dann allerdings zügig, denn die Auskleidung schützt den Ofenkörper.
Beschläge und Lack
Türscharniere und Verschlüsse vertragen einen Tropfen hitzebeständiges Fett. Kleine Lackschäden lassen sich mit Ofenlack aus der Sprühdose ausbessern — kalt auftragen, danach bei offenem Fenster einbrennen, der Geruch bei der ersten Erwärmung ist normal.
Was der Schornsteinfeger macht — und was nicht
Ihr Bezirksschornsteinfeger kehrt den Schornstein und führt die Feuerstättenschau durch. Der Ofen selbst gehört nicht dazu: Feuerraum, Umlenkung, Dichtungen und Schamotte sind Sache des Betreibers, also Ihre. Genau diese Punkte werden am häufigsten jahrelang übersehen.
Wenn Sie das nicht selbst machen möchten, übernehmen wir es. Wir warten auch Geräte, die nicht bei uns gekauft wurden.
Sie sind sich nicht sicher?
Dichtungen, Schamotte und Umlenkbleche haben wir für die gängigen Modelle vorrätig — bringen Sie im Zweifel das alte Teil mit. Rufen Sie uns an oder kommen Sie in unserer Ausstellung in Rimpar vorbei — bei einem brennenden Ofen lässt sich vieles leichter erklären als am Telefon. Wir nehmen uns die Zeit.